
Ohne ein Betriebssystem wäre auch das modernste Smartphone nur ein Stück Elektronik. Erst das OS (Operating System) macht die Hardware nutzbar und ermöglicht Funktionen, Apps und Updates. Anders als bei PCs, wo Windows lange den Markt dominierte, gibt es bei Handys mehrere Systeme – wenn auch mit klaren Favoriten.
Grundsätzliches
Bei Smartphones gilt: Das Gerät ist fest mit dem jeweiligen Betriebssystem verknüpft. Ein Wechsel wie bei Desktop-Computern ist praktisch nicht möglich. Zudem hängen Nutzer stark von den Herstellern ab – nur wenn diese Updates bereitstellen, bleibt das System aktuell.
Die Marktführer
Android
Das von Google entwickelte Android ist die weltweit meistgenutzte Plattform für Smartphones und Tablets. Es basiert auf Open Source, enthält aber zunehmend proprietäre Bestandteile. Viele Hersteller setzen auf Android und passen es mit eigenen Oberflächen an.
iOS & iPadOS
Apple nutzt iOS exklusiv für das iPhone, während iPadOS für die Tablets vorgesehen ist. Vorteil: Hard- und Software stammen aus einer Hand, was für hohe Stabilität sorgt. Der Nachteil ist die Geschlossenheit – Nutzer haben weniger Freiheiten als bei Android.
Alternative Systeme
HarmonyOS (Huawei)
Huawei hat als Reaktion auf US-Sanktionen ein eigenes System entwickelt, das sich optisch und funktional an Android anlehnt. Neben Smartphones läuft HarmonyOS auch auf Smart-TVs, Wearables und Tablets.
KaiOS
Ein leichtgewichtiges System für Feature-Phones, das auf Firefox OS basiert. Es verzichtet auf Touchscreens, ist sehr ressourcenschonend, bietet aber trotzdem Apps wie WhatsApp oder YouTube.
PureOS & Linux-Alternativen
PureOS von Purism richtet sich an sicherheits- und datenschutzbewusste Nutzer. Es basiert auf Debian und läuft auf Purism-Geräten der Librem-Serie. Weitere Linux-Varianten für Smartphones sind postmarketOS, Ubuntu Touch oder FuriOS.
Systeme mit wechselhaftem Erfolg
Windows Phone & Windows 10 Mobile
Microsoft versuchte mit Windows Phone 7, 8 und später Windows 10 Mobile den Smartphone-Markt zu erobern. Trotz innovativer Konzepte wie Kachel-Optik oder Continuum konnte sich das System nicht durchsetzen – Updates gibt es heute nicht mehr.
BlackBerry OS
Einst Synonym für Business-Smartphones, wurde BlackBerry OS 10 2013 vorgestellt. Der Hersteller wechselte später auf Android, da das eigene System im Massenmarkt scheiterte.
Firefox OS
Mozilla setzte stark auf Web-Technologien (HTML5), stellte die Entwicklung jedoch 2016 ein. Indirekt lebt das Projekt in KaiOS weiter.
Weitere Nischen- und Exoten-Systeme
- Sailfish OS: Linux-basiert, entwickelt von Jolla, bietet Android-App-Support.
- Tizen: Von Samsung für Smartwatches und Smart-TVs genutzt, sollte ursprünglich auch auf Smartphones eine Rolle spielen.
- webOS: Ursprünglich von Palm, später von HP und heute von LG in Smart-TVs eingesetzt.
- Symbian: Das ehemalige Nokia-System dominierte einst den Markt, ist heute Geschichte.
- MeeGo: Gemeinschaftsprojekt von Nokia und Intel, kam nur auf wenigen Geräten zum Einsatz.
- Bada & LiMo: Von Samsung bzw. verschiedenen Partnern entwickelt, gingen später in Tizen auf.
Fazit
Die Smartphone-Welt wird heute von Android und iOS beherrscht. Viele alternative Systeme hatten spannende Ansätze, scheiterten jedoch an Marktanteilen, fehlender App-Unterstützung oder mangelhafter Akzeptanz. Für Technikfans bleibt es dennoch spannend, wie sich Nischenprojekte wie Sailfish OS oder Ubuntu Touch entwickeln – gerade dort, wo Datenschutz oder offene Software im Fokus stehen.

