
Mit Ubuntu Touch existiert ein mobiles Betriebssystem, das sich an Nutzer richtet, die Wert auf Privatsphäre und Open Source legen. Neben den Volla Phones, die mit vorinstalliertem Ubuntu Touch erhältlich sind, lässt sich das System auch auf zahlreichen weiteren Smartphones und Tablets nachträglich installieren.
Von Canonical zu UBports
Ursprünglich wurde Ubuntu Touch von Canonical ins Leben gerufen, das auch die Linux-Distribution Ubuntu entwickelt hat. Nachdem Canonical das Projekt 2017 einstellte, übernahm die UBports-Community die Weiterentwicklung. Seit 2019 kümmert sich die in Berlin gegründete UBports Foundation um rechtliche und organisatorische Belange.
Das zentrale Ziel blieb erhalten: Konvergenz. Ein Smartphone mit Ubuntu Touch soll – angeschlossen an Monitor, Tastatur und Maus – nahtlos als Desktop-Ersatz nutzbar sein.
Unterstützte Geräte
Offiziell ausgeliefert wird Ubuntu Touch nur mit wenigen Geräten, darunter:
- Volla Phone X, Volla Phone 22, Volla Phone X23
- Volla Phone Quintus (seit 2024 optional mit Ubuntu Touch)
Daneben sind auch ältere Modelle wie Google Nexus 5, Fairphone 2, OnePlus One oder PinePhone kompatibel. Tablets werden eingeschränkt unterstützt – etwa das Lenovo Tab M10 HD (2. Gen.) oder das PineTab.
Viele Geräte lassen sich über Community-Projekte mit Ubuntu Touch flashen, auch wenn der Support nicht in allen Fällen stabil ist.
Besonderheiten der Volla Phones
Die Volla-Serie hebt sich besonders hervor:
- Multi-Boot-Funktion (z. B. beim X23): Mehrere Betriebssysteme parallel installierbar.
- App-Locker (in VollaOS-Variante): Blockiert Apps oder den Internetzugang für zusätzliche Sicherheit.
- Speichererweiterung: microSD-Karten bis zu 1 TB.
Damit spricht Volla vor allem Nutzer an, die Sicherheit und Flexibilität kombinieren möchten.
Software und Apps
Ubuntu Touch bringt vorinstallierte Standard-Apps wie Kalender, Kontakte, Uhr, Dateimanager und Terminal mit. Über den OpenStore stehen zusätzliche Anwendungen zur Verfügung, darunter auch bekannte Messenger und Dienste wie:
- Telegram
- Signal
- Onion Browser
- eingeschränkte Clients für WhatsApp, X (Twitter), YouTube und Facebook
Apps werden als klassische Anwendungen oder als Web-Apps bereitgestellt.
Historische Wurzeln: Ubuntu for Phones
Vor Ubuntu Touch gab es Ubuntu for Phones (2013–2017). Hier setzte Canonical auf die Unity-Oberfläche und ein Bedienkonzept mit Wischgesten. Kernidee war ebenfalls die Convergence-Strategie: Smartphones sollten sich per Dock in vollwertige Desktops verwandeln.
Bekannte Geräte waren u. a.:
- BQ Aquaris E4.5 und E5 HD (Einsteigergeräte)
- Meizu MX4 Ubuntu Edition und später das Meizu Pro 5, das erste echte Highend-Smartphone mit Ubuntu
Ein Schwachpunkt war damals das geringe App-Angebot, das trotz HTML5-Unterstützung nie mit iOS oder Android mithalten konnte.
Fazit
Ubuntu Touch bleibt ein Nischen-Betriebssystem, das vor allem von Enthusiasten, datenschutzbewussten Nutzern und Open-Source-Fans geschätzt wird. Mit den Volla Phones existieren marktfähige Geräte mit vorinstallierter Unterstützung, während die Community den Traum von einem konvergenten Linux-Ökosystem aufrecht erhält.

