BlackBerry 10: Neustart mit Touchscreen und Nachrichten-Hub

BlackBerry 10: Neustart mit Touchscreen und Nachrichten-Hub缩略图
BlackBerry 10: Neustart mit Touchscreen und Nachrichten-Hub插图

Lange Zeit galten BlackBerry-Smartphones als Standard im Geschäftsleben – besonders dank ihrer ikonischen QWERTZ-Tastatur. Doch mit dem Aufstieg von iPhone und Android verlor der kanadische Hersteller RIM rapide Marktanteile. Auch Jugendliche, die einst auf günstige BlackBerry-Modelle mit Messenger-Option setzten, wanderten ab – Messenger-Apps wie WhatsApp machten das exklusive BlackBerry Messaging überflüssig.

Um verlorenen Boden gutzumachen, stellte RIM Anfang 2013 BlackBerry 10 vor – ein von Grund auf neu entwickeltes Betriebssystem. Gleichzeitig änderte das Unternehmen seinen Namen von RIM in BlackBerry. Zum Start gab es sogar ein Austauschprogramm: Bestimmte Enterprise-Kunden konnten ihre alten Geräte kostenlos gegen neue BlackBerry-10-Smartphones eintauschen. Mit dem Z10 (reines Touch-Gerät) und dem Q10 (mit Tastatur) gingen die ersten Modelle an den Start.


Fokus auf Touchscreen, aber Tastatur nicht ganz weg

Das auffälligste Merkmal von BlackBerry 10 war der Schritt weg von der physischen Tastatur hin zu einer intelligenten virtuellen Eingabe. Das Keyboard lernte vom Schreibverhalten der Nutzer und schlug beim Tippen Wörter vor, die durch eine einfache Wischgeste übernommen werden konnten.

Ganz verabschiedet hat sich BlackBerry von der Hardware-Tastatur jedoch nicht: Modelle wie das 2014 erschienene BlackBerry Passport kombinierten weiterhin Touchscreen mit physischen Tasten.


BlackBerry Hub und Flow: Alles im Blick

Eine der größten Stärken von BlackBerry 10 war der BlackBerry Hub: Alle Nachrichtenkanäle – E-Mail, SMS, BBM, soziale Netzwerke und sogar Kalendereinträge – liefen dort zentral zusammen.

Mit BlackBerry Flow brachte das System echtes Multitasking: Nutzer konnten zwischen geöffneten Anwendungen flüssig wechseln oder diese in einer Übersicht als minimierte Fenster mit Live-Infos anzeigen lassen.


Updates und Android-Apps

Bis 2016 erhielt BlackBerry 10 mehrere Updates. Ab Version 10.3 war sogar der Amazon App-Shop vorinstalliert, sodass Nutzer auch Android-Apps installieren konnten – wenn auch nicht direkt aus dem Google Play Store.

Mit BlackBerry Blend brachte das Unternehmen zudem eine Software, mit der sich Nachrichten, Kontakte und Termine des Smartphones bequem auf PC, Tablet oder Laptop synchronisieren ließen.


Technische Basis: QNX

Im Inneren lief BlackBerry 10 auf QNX, einem Echtzeitbetriebssystem, das RIM bereits 2010 übernommen hatte. Ursprünglich sollte das neue System sogar den Namen BBX tragen. Eine Nachrüstung auf ältere Modelle war allerdings nicht möglich.


Der langsame Abschied

Trotz Innovationen konnte BlackBerry 10 den Abwärtstrend nicht stoppen. Ab 2015 brachte das Unternehmen mit dem BlackBerry Priv erstmals ein Smartphone mit Android statt eigenem OS heraus. 2016 wurde der Support für BlackBerry 10 eingestellt.

Die letzten Geräte mit Android wurden bis 2020 vom chinesischen Hersteller TCL gefertigt. Am 4. Januar 2022 stellte BlackBerry schließlich die verbleibenden alten Dienste sowie die BlackBerry AppWorld endgültig ein – ein symbolisches Ende der eigenen Smartphone-Ära.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert