Die optimale Kabelinfrastruktur für den Neubau

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Wer ein Haus baut, trifft nicht nur architektonische, sondern auch technische Entscheidungen, die über Jahrzehnte Bestand haben. Besonders die Planung der Kabelinfrastruktur sollte frühzeitig erfolgen – spätestens wenn der Rohbau steht. Denn Fehler in dieser Phase lassen sich später nur mit hohem Aufwand korrigieren.

Warum vorausschauende Planung so wichtig ist

Router, Switche oder Access Points lassen sich leicht austauschen, da sie meist frei stehen oder an der Wand montiert werden. Ganz anders verhält es sich bei Kabeln: Werden diese fest verlegt, ist ein späteres Nachrüsten oder Austauschen kompliziert und teuer. Daher empfiehlt es sich, im gesamten Haus Leerrohre einzuplanen. Diese ermöglichen es, später ohne großen Aufwand zusätzliche Leitungen einzuziehen.

So bleibt die Verkabelung flexibel und zukunftssicher – egal ob für das Heimnetzwerk, für weitere WLAN-Hotspots oder zusätzliche Routerstandorte.

Das Heimnetzwerk: Standard bleibt Ethernet

In modernen Häusern führt kein Weg an einer strukturierten Ethernet-Verkabelung vorbei. Noch immer gilt Twisted-Pair-Ethernet (verdrillte Kupferlitzen) als Standard. Für Neubauten sollte man heute mindestens Cat6- oder besser Cat7-Kabel wählen. Damit ist ein 10-Gigabit-LAN problemlos möglich.

  • Cat5e war lange Zeit üblich, reicht aber nur für 1 Gbit/s.
  • Wer jetzt auf Cat7 setzt, verhindert, dass die Verkabelung schon in wenigen Jahren wieder erneuert werden muss.
  • Preislich ist der Unterschied gering – langfristig lohnt sich die Investition also eindeutig.

Jeder Raum braucht LAN

Auch wenn es im ersten Moment übertrieben klingt: Jeder Raum sollte mit LAN-Anschlüssen ausgestattet werden – selbst Räume wie Küche, Bad, Vorratskammer oder Garage. Denn die Anforderungen an Netzwerktechnik wachsen stetig, sei es durch Smart-Home-Geräte, vernetzte Haushaltsgeräte oder Entertainment.

  • Wohn- und Kinderzimmer: je zwei Doppeldosen
  • Weitere Räume: mindestens eine Doppeldose oder ein vorbereitetes Leerrohr

Für ein typisches Einfamilienhaus ergeben sich so rund 12 bis 16 Ethernet-Dosen. Kostenpunkt: einige hundert Euro – im Verhältnis zur Gesamtsumme des Hausbaus eine überschaubare, aber extrem nachhaltige Investition.

Technikraum und Sternverkabelung

Alle Kabel sollten sternförmig von einem zentralen Punkt im Haus aus verteilt werden – häufig im Keller, Hausanschlussraum oder auf dem Dachboden. Alternativ eignet sich auch ein Technikschrank unter der Treppe oder im Flur.

Herzstück der Installation ist ein Patchfeld, in dem alle Kabel zusammenlaufen. Mit einem LSA-Werkzeug (löt-, schraub- und abisolierfrei) lassen sich die Adern zuverlässig auflegen. Sorgfalt ist hier entscheidend, denn unsaubere Anschlüsse führen schnell zu Störungen. Patchfelder sind preiswert, sorgen aber für eine saubere und sichere Struktur.

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