
Während Smartphones mit Android oder iOS den Markt dominieren, gibt es mit KaiOS ein Betriebssystem, das bewusst andere Wege geht. Es richtet sich an Nutzer, die auf einfache Geräte setzen, aber nicht ganz auf mobile Internetfunktionen verzichten wollen.
Alternative zum Smartphone
Fast alle großen Hersteller – von Samsung über Apple bis Xiaomi – setzen ausschließlich auf Android oder iOS. Doch neben diesen „Giganten“ existiert eine kleine, aber beständige Nische: sogenannte Feature-Phones. Sie liegen funktional zwischen klassischen Handys und modernen Smartphones. Genau hier kommt KaiOS ins Spiel.
Das System basiert auf Linux und nutzt eine angepasste Variante des eingestellten Firefox OS (Boot to Gecko), das auf der Gecko-Engine beruht. Damit laufen Apps auf Basis von HTML5, CSS und JavaScript, ohne dass ein klassischer Browser benötigt wird.
Schlicht, sparsam und zweckmäßig
KaiOS-Geräte sind in der Regel nicht mit Touchscreens ausgestattet. Der Fokus liegt auf:
- einfacher Bedienung,
- geringem Energieverbrauch,
- und günstiger Hardware.
Trotz des Minimalismus gibt es Zugang zu populären Anwendungen – wenn auch eingeschränkt. WhatsApp, Facebook, X (Twitter) oder YouTube funktionieren nur noch teilweise über Workarounds und ältere KaiOS-Versionen (2.5). Seit Version 3 fehlt zudem die Unterstützung durch Google, wodurch die Nutzung weiter eingeschränkt ist.
Von Hongkong in die Welt
Das Betriebssystem stammt von KaiOS Technologies mit Sitz in Hongkong. Ziel war von Beginn an, auch Menschen in ärmeren Regionen einen günstigen Einstieg in die digitale Welt zu ermöglichen. Mit dieser Strategie erreichte KaiOS zeitweise sogar Platz vier der weltweit erfolgreichsten mobilen Betriebssysteme – noch vor manchen Smartphone-OS-Experimenten.
Aktuell liegt der Marktanteil zwar nur noch bei rund 0,5 %, dennoch finden die Geräte nach wie vor Abnehmer. Der extrem niedrige Preis und die bewusste Rückbesinnung auf das Wesentliche machen sie sowohl in Entwicklungs- als auch in Industrieländern interessant.
Minimalismus als Vorteil
Viele Nutzer schätzen Feature-Phones mit KaiOS als eine Art „Digital Detox“: Weniger Apps und Ablenkungen bedeuten mehr Fokus – und die Geräte sind robuster, leichter und günstiger als High-End-Smartphones.
Trotz ihres simplen Designs bieten viele Modelle 4G, VoLTE, GPS und teils sogar Dual-SIM-Unterstützung. Damit bleiben sie auch in puncto Konnektivität konkurrenzfähig.
Konkurrenz durch Android Go
Inzwischen gilt Android Go (2025 in Version 14) als direkte Alternative für günstige Smartphones. Dieses abgespeckte Android ist besonders in Asien weit verbreitet und könnte KaiOS langfristig verdrängen.
Fazit
KaiOS ist kein Ersatz für ein modernes Smartphone, sondern eine bewusste Entscheidung für Einfachheit. Es bringt Menschen online, die sich teure Geräte nicht leisten können – oder solchen, die bewusst weniger wollen. Doch mit dem Rückzug von Google und der eingeschränkten App-Unterstützung dürfte es schwer werden, den bisherigen Platz als „Feature-Phone-Betriebssystem“ dauerhaft zu behaupten.

