
Für Millionen Stromkunden in Europa steht ein bedeutender Wandel bevor. Eine Reform der Strompreis-Berechnung, die ursprünglich bereits im Juni 2025 greifen sollte, wird nun zum 1. Oktober 2025 umgesetzt. Sie verändert nicht nur die Abrechnungsmethode, sondern auch die Art und Weise, wie Verbraucher ihren Stromverbrauch anpassen können.
Von stündlich auf viertelstündlich – neue Berechnungsgrundlage
Bislang basierten dynamische Stromtarife auf stündlich aktualisierten Preisen, die sich direkt am Börsenstrom orientieren. Ab sofort wird dieses Modell auf 15-Minuten-Intervalle umgestellt. Hintergrund ist eine neue EU-Vorgabe, nach der der Energiehandel europaweit in viertelstündigen Schritten abgewickelt werden muss.
Der Vorteil: Strompreisschwankungen können exakter abgebildet werden. Haushalte haben dadurch die Chance, ihren Verbrauch noch gezielter an günstige Zeiten anzupassen.
Strom sparen mit cleverem Timing
Ob Waschmaschine, Geschirrspüler oder das Laden des E-Autos – künftig lassen sich viele Geräte noch genauer in den günstigsten Zeitfenstern nutzen. Da Strom aus Wind- und Solarenergie stark schwankt, können Verbraucher mit der Umstellung besonders profitieren. Branchenexperten sprechen davon, dass Einsparungen von bis zu 40 Prozent und mehr realistisch sind, wenn der Verbrauch konsequent auf niedrige Preise gelegt wird.
Apps und Anbieter passen sich an
Für Kunden, die bereits dynamische Tarife nutzen, entsteht kein zusätzlicher Aufwand: Anbieter wie Tibber haben ihre Apps bereits angepasst. Nutzer sehen nun nicht nur die 15-Minuten-Preise, sondern auch den Durchschnittswert für eine Stunde – praktisch für Geräte, die länger laufen, etwa Waschmaschinen im Eco-Modus oder Geschirrspüler.
Wärmepumpen und Dauerverbraucher: Kaum Änderungen
Bei Wärmepumpen oder anderen Dauerverbrauchern fällt der Effekt geringer aus. Da eine gleichmäßige Leistung wichtig für die Lebensdauer des Systems ist, lohnt es sich nicht, im 15-Minuten-Takt ein- und auszuschalten. Mit Pufferspeichern können aber auch hier die günstigen Phasen des Tages besser genutzt werden.
Was sich für Kunden wirklich ändert
Unterm Strich dürfte die neue Berechnungsweise weniger extreme Preisspitzen am Markt mit sich bringen. Für Verbraucher bedeutet das mehr Planbarkeit – und die Möglichkeit, durch clevere Nutzung im Alltag bares Geld zu sparen. Wer bereits einen dynamischen Stromtarif hat, profitiert automatisch.

