Satelliten-Internet als DSL-Ersatz: Chancen und Grenzen

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Nicht überall sind DSL, VDSL, Kabel oder Glasfaser verfügbar. Gerade in ländlichen Regionen ohne ausreichende Versorgung kann der Internetzugang via Satellit eine Alternative sein – denn er funktioniert praktisch überall. Doch die Technik hat auch deutliche Schwächen.


Internet per Satellit: Fast überall nutzbar

Der größte Vorteil: Satelliten-Internet ist nahezu flächendeckend verfügbar. Voraussetzung ist lediglich freie Sicht zum Satelliten. Damit können selbst abgelegene Orte versorgt werden, die nicht ans Breitbandnetz angeschlossen sind.

Allerdings ist die Verbindung wetterabhängig und kann bei Regen oder Schneefall spürbar an Qualität verlieren. Auch die Montage einer Satellitenschüssel ist nicht überall erlaubt, zum Beispiel an Mietobjekten.


Kosten und Fair-Use-Grenzen

  • Hohe Einstiegskosten: Für Hardware und Installation (Schüssel + Modem) fallen zwischen 80 und 500 Euro an.
  • Monatliche Preise: Grundgebühren liegen zwar ähnlich wie bei DSL- oder Kabeltarifen, enthalten aber meist nur ein begrenztes Highspeed-Volumen.
  • Drosselung: Nach Verbrauch des Volumens wird die Geschwindigkeit stark reduziert. Manche Anbieter arbeiten mit fixen Limits, andere mit einer vagen Fair-Use-Policy. Gedrosselt wird teilweise bis auf nur 56 kBit/s – in besseren Fällen bis zu 384 kBit/s.

Technische Entwicklung: Besserer Rückkanal

Früher wurde für den Rückkanal oft die Telefonleitung genutzt – Upstream war damit auf Modem- oder ISDN-Tempo beschränkt. Heute läuft auch der Rückkanal über Satellit, sodass Upload-Geschwindigkeiten von mehreren MBit/s möglich sind.


Vor- und Nachteile im Überblick

✅ Vorteile

  • Funktioniert nahezu überall
  • Unabhängig von Festnetz-Infrastruktur
  • Upstream inzwischen deutlich schneller als früher

❌ Nachteile

  • Hohe Anschaffungskosten für Hardware
  • Monatliche Tarife mit Volumenbegrenzung und Drosselung
  • Störanfällig bei schlechtem Wetter
  • Montage am Gebäude nicht immer erlaubt
  • Nicht konkurrenzfähig zu DSL, VDSL oder Kabel

Satellit bleibt Nischenlösung

In Summe bleibt Satelliten-Internet eine Notlösung für Haushalte ohne DSL, Kabel oder Mobilfunk-Alternative. Für alle anderen ist es weder preislich noch technisch konkurrenzfähig.


Exkurs: WiMAX – ein gescheitertes Projekt

Vor rund 15 Jahren sollte WiMAX ländliche Regionen mit Breitband versorgen. Doch der Ausbau kam nie richtig in Fahrt. Der Siegeszug von LTE – und später 5G – machte WiMAX praktisch überflüssig. Heute spielt die Technik im Breitbandmarkt keine Rolle mehr.

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